Lauda to pizza

Eine Ode an den Pizza-Automaten im geliebten Aletto. Ganze fünf Tage war es zu unserem trauten Heim geworden. Der Automat eine kleine Konstante im Berliner TJA Trubel. Ob im Automaten ein echter Pizzabäcker sitzt und beständig neue Pizzen produziert? Dem Geschmack nach zu urteilen, handelt es sich wohl eher um ein Fertigprodukt mit Analogkäse. Doch nach ein paar Bieren zu viel, ist auch das schon sehr viel Wert. Danke Pizzabäcker, danke Aletto! 

(Mit musikalischer Unterstützung von David Holdowanski, Nils Fabian Brunschede und Lena Stange)

Revolutionierungen aller Art

In der Probebühne wird am Samstag aus dem Nähkästchen erzählt, ohne viel Zeit zu überlegen, was überraschende Diskussionen auslöst: Haben Zahlen Farben und Farben eine Form? Was können wir als Autoren von Rhetorikern lernen? Kann man einen Berg mit einem Spachtel abtragen?
Die Lesung ist vorbei, die Preisträger*innen können sich auf ihre Workshops konzentrieren: Erzählen ohne zu schreiben, Dramaworkshops, Werkstattgespräche und Poesie als Revolution.
Literarische Grenzgebiete werden erforscht: Warum kann Lyrik nicht mit Kreide auf der Straße stehen oder an einem Briefkasten? Wie nah kommt ein Computer Thomas Mann? Was erhofft sich die Gesellschaft von uns? Und wie beginnt man an einem Theaterstück zu arbeiten?
„Vielleicht hab ich zu wenig Rasen gemäht“, sagt eine Preisträgerin nachdenklich, „wir brauchen viel mehr Humor“ eine andere. Beim literarischen Finale am Sonntagabend werden brandneue Texte aus den Workshops gelesen und Bilder der Poetisierung umliegender Straßen gezeigt: „Hier ist Geschichte, wo bist du?“

 

Welcher Autor bist du?

Du findest, dein Schreiben lässt sich in keine Schubladen stecken? Wir bieten den Gegenbeweis! Hier der ultimative Test, welchem Autor du am meisten ähnelst. In allem. 

 

Was ist dein Lieblingshaustier?

d) mir egal

a) Fisch

b) Gürteltier

c) tote Schildkröte

 

Wo ist dein Happy Place?

a) Überall wo man masturbieren kann

b) Keller

c) Im Rampenlicht

d) mir egal

 

Was würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

c) Selfiestick

d) mir egal

a) Kleenex-Box

b) Ehemann

 

Dein Celebritycrush?

a) Ingvar Kamprad

b) Robert Pattinson

c) Ronja von Rönne

d) mir egal

 

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

c) Im Spiegel

d) mir egal

a) Will ich gar nicht wissen

b) Hollywoodschaukel

 

Auflösung

Überwiegend a)

Karl Ove Knausgård

Du weinst und masturbierst gleichzeitig während du an deinen (autobiografischen) Texten arbeitest. Du denkst, dass du die weibliche Sexualität verstanden hast, leider hast du noch nie mit einer Frau gesprochen. Gestern hast du dich in dein Aquarium übergeben. Dabei ist dir der Titel zu deinem neuen (autobiografischen) Roman eingefallen.

 

Überwiegend b)

E.L.James

Du bist die Dominatrix der Literaturwelt! Bekannt wurdest du durch die Bücherreihe "Shades of Grey". Du bist auch eher so der Anpacker, hast keine Scheu vor Leder und Tränen. In der Freundschaft wie in Beziehungen hast du die Peitsche fest auf dem Arsch. Literarisch bewegst du dich irgendwo zwischen Beate Uhse und Neckermann.  

 

Überwiegend c)

Ronja von Rönne

Diesen Test findest du schon wieder richtig zum Kotzen. Genau wie diese ganzen unrasierten Feministinnen. Dein Welpenblick und die Schmolllippe arbeiten in perfekter Symbiose. Stilistisch hui, inhaltlich...hach...  Wenn du rauchend durch Berlin-Friedrichshain läufst, denkst du über den Ernst des Lebens nach.

 

Überwiegend d)

Bob Dylan

Du gehörst eigentlich nicht in diesen Test, doch du hast dieses Jahr den Literaturnobelpreis bekommen. Was das alles soll, weißt du auch nicht. Musik macht dir mehr Spaß als schreiben. Du bist der meistzitierte Autor. Auf Spotify. Gefällt dir.

Schöne Geschichten

In der Textwerkstatt reisen wir auf einem Kreuzfahrtschiff, auf dem die Menschen an Deck sich tot stellen – oder sind; wir schauen Psycho-Fernsehköchen beim Tomatenmorden zu, Messer treffen auf Marmor; Werfer, Stapler, Kugler machen ihre mysteriösen Jobs, nur einer streikt, und Plüschbären regnen vom Himmel. Da fühlen sich Paare wie in einer Seilbahn, oder unter Druck, oder wie Bonnie und Clyde. Mutti und Omi pellen Salzkartoffeln, ich sticke. Es gibt Absinth oder vielleicht doch Wein. Die Sonne blutet aus, aber so was sagen Lehrerinnen nicht.

Manche Texte sind bei anderen Workshops entstanden, sollten mit Dosenwerfen zu tun haben oder wurden als klassische „Schreibe-etwas-über-ein-Gemälde“-Aufgabe in der Schule gestellt (die Lehrerin war mit dem Ergebnis ein bisschen überfordert: „Schöne Geschichte“, hat sie drunter geschrieben). Wir sind da zum Glück differenzierter in unserem Feedback. Mit manchen Texten werden Leser*innen, die beim Lesen ein Wiedererkennen erwarten, keine Freundschaft schließen. Aber der Wettbewerb ist dazu da, zum Weiterschreiben zu ermutigen. Und am Ende wird’s ein bisschen meta. 

 

Der kleinste Club Berlins

Marcella & ihre Band im Lastenaufzug

Marcella & ihre Band im Lastenaufzug

Man kennt das von Buchmessepartys: Die Menschen, die tagsüber seriös tun und sonst nicht mehr oft feiern gehen, bleiben am längsten und lassen es noch mal richtig krachen.

Da wir bei der Perspektiven-Lesung auf die Bühne durften, haben wir nun Vorbildfunktion. Also übernehmen wir das Tanzen, als auch die letzten Preisträger*innen ins Hotel gegangen sind, um sich ihre wohlverdienten Stunden Schlaf zu holen. Und obwohl die Atmosphäre einer Schulparty ähnelt: Das Licht ist zu hell, die Musik zu leise, rundherum wird schon mal aufgeräumt und es sitzen Aufpasser an der Seite, die lieber auch schlafen gehen würden. Immerhin kreist über uns eine Discokugel.

„Das hier ist bald zu Ende, ja?“ Bald ist aber relativ und Daft Punk singen gerade: „We’ve come too far/ to give up who we are“. Außerdem wollten wir schon immer mal behaupten können, jemandem den Schlaf zu rauben.

Im Hotel wartet der Pizza-Automat auf uns.