blog Skandal aufgedeckt!!111!!!! Hochstapler!!!2

DAS HAB ALLES ICH GESCHRIEBEN!!!111! UND RUDI111!!!! DIE SCHWEINE HABEN UNS EINGESPERRT DAMIT WIR DIE BLOGBEITRÄGE FÜR SIE SCHREIBEN. DIE SCHLÜRFEN DEN GANZEN TAG NUR FILTERKAFFEE11!!! DIE KÖNNEN NICHTS!!! DOCH ICH SAG EUCH GERECHTIGKEIT WIRD SIEGEN!!!!1111

Update!!!
Liebe Leute, danke für den Support! Ich war etwas durch den Wind und konnte vorher noch nicht in ganzen Sätzen sprechen. Mein Freund Rudi und ich wurden beim TJA 2016 von der "Blogredaktion" in ihren Räumen eingesperrt und wurden dazu gezwungen, Tag und Nacht Content zu produzieren. Nach tagelangem Martyrium, ist mir die Flucht gelungen. Rudi hat es leider nicht geschafft. Er ist schon einen Tag zuvor der Erschöpfung erlegen. Traut diesen Schweinen auf gar keinen Fall! Die sagen vielleicht, dass sie euch lieben, aber die lieben nur sich selbst! Ich sag's euch! Den muss das Handwerk gelegt werden!

We are TJA

Wir sind junge Autoren. Thematisch drehen sich unsere Texte zu 99% um Selbsthass und Körperflüssigkeiten. Viel mehr hat in unserem Leben noch keine Rolle gespielt. Wir beherrschen keine Rechtschreibung mehr, weil alle unsere Geräte über eine Autokorrekturfunktion verfügen. Wir lassen uns vom Internet ablenken und verfassen darüber Poetry Slams. Uns kotzt das Establishment an, nur werfen wir keine Steine, sondern reflektieren und posten. Viele finden das unpolitisch. Wir müssen uns die Sache erst nochmal durch den Kopf gehen lassen. Wir können reisen, müssen aber nicht. Obwohl, eigentlich schon wegen Lebenslauf und so. Wir können mit einem einzigen Video eine größere Fanbase aufbauen als Friedrich Liechtenstein mit seiner Edeka-Werbung. Wir sind laut Klickzahlen morgen schon nicht mehr aktuell, aber doch eigentlich die Zukunft der Literatur. Bei der Preisträgerlesung schauen wir aufs Papier, weil auf dem Pult zu wenig Platz für Laptops ist. Wir beobachten den Untergang des Printjournalismus und finden E-Books kacke. Wir schreiben, damit wir uns selbst lesen können. Dass andere uns dabei über die Schulter schauen, ist auch ganz nett.

Beim TJA legt man uns hölzerne Bleistifte und Papier hin, damit wir schreiben ohne erreichbar zu sein, uns auch physisch mit Kreativität auseinandersetzen. Wir essen gemeinsam Abendbrot, tauschen uns über Texte aus, anstatt durch anonyme Kommentare zu scrollen. Wir sind junge Autoren, die in einem Raum zusammenkommen, die weltlichen Probleme unserer Genrationen können uns mal ganz kurz am Arsch vorbeigehen. 

 

Ein unbewältigter Koloss

Gelbes und orangenes Licht streift die weiße Rückwand der Bühne während der Preisträgerlesung, ein dreistündiger Sonnenuntergang. Fixiert man zu lange einen Punkt, dunkelt die Fläche von den Rändern her ein und Mitternachtsblau driftet in die Szenerie.
Alle 21 Textbeiträge anzuhören, ist eine Überforderung, nicht nur wegen der schieren Anzahl der Texte, auch weil es kaum eine Möglichkeit zur Distanz gibt. Kein Hinein- oder Herausinterpretieren aus dem Text, kein Mehrfachlesen und wenig Zeit für Reflexion, denn schon kommt das nächste Gedicht, das nächste Prosastück. Dazu Husten, Handyklingeln, klickende Kameras, wispernde Silhouetten in den vorderen Reihen.
Ich kritzle unleserliche Sätze in mein Notizbuch. Ständig falten sich neue Szenerien auf, halbvertraute Ideen kommen zurück und fallen übereinander her. Hartnäckig halten sich einzelne Formulierungen im Kopf und schieben sich vor die folgenden Texte, bis sie abgelöst oder überlagert werden.
In ihrer Ansprache hat Christina Tillmann von den Berliner Festspielen von Filterblasen gesprochen, die uns in Sicherheit wiegen, bis wir plötzlich aufwachen und die Welt eine andere ist.
An diesem Abend scheinen die Wände dieser Filterblasen, in denen ich nicht nur in Sozialen Medien lebe, durchlässiger zu sein, eine Information, ein einzelner Satz, eine Metapher wechselt den Ort.
Die Lesung wirkt am Tag darauf wie ein einziger, langer Moment, in dem sich die verschiedenen Stimmen zu einem Rauschen überlagern, immer wieder tauchen überscharfe Bilder auf. Dieser Erinnerungsrausch setzt sich aus vielen Eindrücken zusammen, meinen Erwartungen vor der Lesung, Textversionen aus der Leseprobe, folgenden Gesprächen, musikalischen Intermezzi, Moderationstexten. Als unbewältigter Koloss in meinem Hinterkopf.

Vielen Dank dafür an alle Lesenden, an Sirka Elspaß und Sebastian Meineck für die Moderation und Jens-Moritz Klatt für die Musik.

Aus den Feuilletons

Die Presseschau zur Preisträgerlesung des TJA 2016:

 

„Blühende Landschaften der Fantasie.“
Helmut Kohl

 

„Ich hatte andere Verpflichtungen.“
Bob Dylan

 

„Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.“
Karl Marx

 

„It was just like a movie. Just like a song.“
Adele

 

„Die Produkte sind lausig, sie haben keinen Sex.“
Steve Jobs

 

„I´m not a fan of books. I would never want a book autograph.“
Kanye West

 

„Wenn das die junge Generation ist, dann gnade uns Gott.“
Elke Heidenreich

 

„Heaven is a place on earth with you.“
Lana del Rey

 

„Junge Autoren ekeln mich an.“
Ronja von Rönne

 

„It´s my life.“
Jon Bon Jovi

 

„Darüber muss sich jeder Einzelne ein Urteil machen. Ich mache das jedenfalls nicht.“
Oliver Kahn

 

„Fantastic authors and where to find them“
jetzt im Kino

 

„Es war uns ein inneres Bällebad.“
Die Blogredaktion

 

Sag mal SWAG

Nach den harmlosen Flirtereien am ersten Abend in Berlin wird es heute ernst: Die Leseproben stehen an.  Auf der Seitenbühne des Festspielhauses ist es kalt, alle sind ernst und vorne spricht einer „wie ein Prediger, der irgendwas genommen hat“. Techniker schlurfen durch die Stuhlreihen, Preisträger*innen schlürfen Kaffee. Auf der Bühne werden Riesenkisten auf und wieder zu gemacht Torfleichen wiederbelebt und jemand steht im Mittelpunkt rum. Wir lernen, die Kategorien Werk und Autor*in zu trennen: „Das liegt bestimmt am Text, da kannst du nichts dafür.“ Und manchmal ist ein Text so kompliziert, dass man ihn nicht sinngemäß betonen kann, sondern man betont ihn einfach, weil man ihn betonen will. Zuckermangel im Blut und so. Klingt nach harter Kritik, aber „der Text hält das aus“.  Und eigentlich ist das ja toll.

Aufgetaktet!

Mann, war das mal ein erster Abend! Zu 50% war auch die Blogredaktion (don’t miss unsere volle Vorstellungsrunde! Coming soon!) schon vollständig und mischte sich unters Volk, um hautnah aus der authentischen Presseperspektive zu berichten. TJA 2016, wir sind dabei! 

Die Vorhalle füllt sich langsam. Draußen längst dunkel. Auf den Straßen ein klassischer Berliner Novemberbrei. Drinnen warmes Licht. Schwarze Tische, darauf zuerst Kaffeetassen, später Weingläser. Geflüster gibt es keins. Aber heiteres Reden. Anfangs wird noch durch das Programm geblättert. Ah, du bist der und der. Über Texte spricht man da noch kaum. Doch es wird immer lauter im Haus. Hektischer. Und auch ausgelassener. Als die Jurorinnen Kirsten Fuchs und Laura Naumann zum Kennenlernspiel ansetzen, müssen sie schon mal lauter rufen. Man ist längst in Gespräche vertieft.

Macht nichts. Es soll auch weiter gesprochen werden. Nun in Speeddatingform. Fragen haben sich die beiden ausgedacht. 21 an der Zahl, durchnummeriert. Und gleich werden Nummern über die Tische zum Gegenüber geworfen. Auch die Blogredaktion schummelt sich rein und beantwortete fröhlich Fragen. Heiß ging’s her. Wir hatten Spaß! <3
Tatsächlich war die Atmosphäre am Ende richtig flirty. 

Eigentlich könnte man jetzt schon in eine Kneipe weiterziehen, oder? Neeee, Max möchte noch verstecken spielen. Findet mit Sicherheit alle - ein Versprechen, das er am Ende des Abends nicht einlösen kann. Jegliche Versuche, den Misserfolg auf gewisse Verschwörungen und anderweitige Trollingaktionen zu schieben, schlagen fehl. Aber kein Grund geknickt zu sein! Denn es geht gleich mit Polaroidschießen weiter. Von uns gibt's schon genug Fotos. Deswegen haben wir lieber beim Fotosschütteln geholfen. Denn OutKast sagt man macht das so: 

Shake it like a Polaroid Picture

Shake it like a Polaroid Picture

Zu den entstandenen Porträts wurden dann noch kleine Texte geschrieben und an der großen schwarzen Wand befestigt. Da wurde es dann doch noch mal still. Stifte auf Papier. Knirschen. Konzentration. 

Und Feierabend! 

Superkrasse, geschaffte Autorendeepness

Superkrasse, geschaffte Autorendeepness